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Privacy-Handbuch

Wirtschaftliche Zahlen

Google hat einen jährlichen Umsatz von 37 Milliarden Dollar, der ca. 9,4 Milliarden Dollar Gewinn abwirft. 90% des Umsatzes erzielt Google mit personalisierter Werbung. Die Infrastruktur kostet ca. 2 Milliarden Dollar jährlich. (Stand: 2011)

Google Websuche

Googles Websuche ist in Deutschland die Nummer Eins. 89% der Such­anfragen gehen direkt an google.de. Mit den Such­diensten wie Metager2, Web.de... die indirekt Anfragen an Google weiter­leiten, beantwortet der Primus ca. 95% der deutschen Suchanfragen. (Stand: 2008)
  1. Laut Einschätzung der Electronic Frontier Foundation werden alle Such­anfragen protokolliert und die meisten durch Cookies, IP-Adressen und Informationen von Google Accounts einzelnen Nutzern zugeordnet. Die Identifizierung erfolgt dabei nicht nur mit einfachen Cookies. Im Kapitel "Spurenarm Surfen" findet man eine kleine, unvollständige Analyse, welche Tracking-Techniken Google seit Jan. 2012 einsetzt.

    In den Datenschutzbestimmungen von Google kann man nachlesen, dass diese Informationen (in anonymisierter Form) auch an Dritte weiter­gegeben werden. Eine Einwilligung der Nutzer in die Daten­weitergabe liegt nach Ansicht der Verantwortlichen vor, da mit der Nutzung des Dienstes auch die AGBs akzeptiert wurden. Sie sind schließlich auf der Website öffentlich einsehbar.

    Sie können es ablehnen, personenbezogene Daten an unsere Services zu über­mitteln. In diesem Fall ist Google möglicher­weise nicht in der Lage, Ihnen diese Services zur Verfügung zu stellen.

  2. Nicht nur die Daten der Nutzer werden analysiert. Jede Such­anfrage und die Reaktionen auf die angezeigten Ergebnisse werden protokolliert und ausgewertet.

    Google Flu Trends zeigte, wie gut diese Analyse der Such­anfragen bereits arbeitet. Anhand der Such-Protokolle wird eine Ausbreitung der Grippe um 1-2 Wochen schneller erkannt, als es bisher dem U.S. Center for Disease Control and Prevention möglich war.

    Die mathematischen Grundlagen für diese Analysen wurden im Rahmen der Bewertung von Googles 20%-Projekten entwickelt. Bis 2008 konnten Entwickler bei Google 20% ihrer Arbeitszeit für eigene Ideen verwenden. Interessante Ansätze aus diesem Umfeld gingen als Beta-Version online (z. B. Orkut). Die Reaktionen der Surfer auf diese Angebote wurde genau beobachtet. Projekte wurden auch wieder abgeschaltet, wenn sie die harten Erfolgs­kriterien nicht erfüllten (z. B. Google Video).

    Inzwischen hat Google die 20%-Klausel abgeschafft. Die Kreativität der eigenen Mitarbeiter ist nicht mehr notwendig und zu teuer. Diese Änderung der Firmen­politik wird von einer Fluktuation des Personals begleitet. 30% des kreativen Stamm­personals von 2000 haben daraufhin der Firma den Rücken zugekehrt. (Stand 2008)

    Die entwickelten Bewertungsverfahren werden zur Beobachtung der Trends im Web eingesetzt. Der Primus unter den Suchmaschinen ist damit in der Lage, erfolg­ver­sprechende Ideen und Angebote schneller als andere Mitbewerber zu erkennen und zu reagieren.

    Ideen werden nicht mehr selbst entwickelt, sondern aufgekauft und in das Imperium "Google" integriert. Seit 2004 wurden 60 Firmen übernommen, welche zuvor die technische Basis für die meisten aktuellen Angebote von Google entwickelten: Youtube, Google Docs, Google Maps, Google Earth, Google Analytics, Picasa, SketchUp, die Blogger-Plattformen...

    Das weitere Wachstum des Imperiums scheint langfristig gesichert.

    Zu spät hat die Konkurrenz erkannt, welches enorme Potential die Auswertung von Suchanfragen darstellt. Mit dem Börsengang 2004 musste Google seine Geheimnis­krämerei etwas lockern und für die Börsen­aufsicht Geschäfts­daten veröffentlichen. Microsoft hat daraufhin Milliarden Dollar in MSN Live Search, Bing versenkt und Amazon, ein weiterer Global Player im Web (verniedlichend als Online Buchhändler bezeichnet), versuchte mit A9 ebenfalls eine Suchmaschine zu etablieren.

Adsense, DoubleClick, Analytics & Co.

Werbung ist die Haupteinnahmequelle von Google. Im dritten Quartal 2010 erwirtschaftete Google 7,3 Milliarden Dollar und damit 97% der Einnahmen aus Werbung. Zielgenaue Werbung basierend auf umfassenden Informationen über Surfer bringt wesentlich höhere Einkünfte, als einfache Banner­schaltung. Deshalb sammeln Werbetreibende im Netz umfangreiche Daten über Surfer. Es wird beispiels­weise verfolgt, welche Webseiten ein Surfer besucht und daraus ein Interessen­profil abgeleitet. Die Browser werden mit geeigneten Mitteln markiert (Cookies u.ä.), um Nutzer leichter wieder zu erkennen.

Inzwischen lehnen 84% der Internetnutzer dieses Behavioral Tracking ab. Von den Unternehmen im Internet wird es aber stetig ausgebaut. Google ist auf diesem Gebiet führend und wird dabei (unwissentlich?) von vielen Website­betreibern unterstützt.

97% der TOP100 Websites und ca. 80% der deutschsprachigen Webangebote sind mit verschiedenen Elementen von Google für die Einblendung von Werbung oder Traffic-Analyse infiziert. (Reppesgaard: Das Google Imperium, 2008) Jeder Aufruf einer derart präparierten Website wird bei Google registriert, ausgewertet und einem Surfer zugeordnet. Neben kommerziellen Websites, Informationsangeboten professioneller Journalisten und unabhängige Blogger auf den Plattformen blogger.com und blogspot.com gehören auch viele private Websites dazu, die sich über ein paar Groschen aus dem Adsense-Werbe-Programm freuen.

Untragbar wird diese Datenspionage, wenn politische Parteien wie die CSU ihre Spender mit Google-Analytics überwachen lassen. Der Datenkrake erhält damit eindeutige Informationen über politische Anschauungen. Diese Details können im Informationskrieg wichtig sein.

Google kennt also nicht nur den Inhalt der Websites, die vom Google-Bot für den Index der Suchmaschine abgeklappert wurden. Auch die Besucher der meisten Websites sind bekannt. Diese Daten werden Werbe­treibenden anonymisiert zur Verfügung gestellt:

Die Grafik zur Besucherstatistik wurde vom Google Ad-Planner für eine (hier nicht genannte) Website erstellt. Man erkennt, das der überwiegende Anteil der Besucher männlich und zwischen 35-44 Jahre alt ist. (Die Informationen zu Bildung und Haushaltseinkommen müssen im Vergleich zu allgm. Statistiken der Bevölkerung bewertet werden, was hier mal entfällt.)

Wie kommt das Imperium zu diesen Daten? Es gibt so gut wie keine Möglichkeit, diese Daten irgendwo einzugeben. Google fragt NICHT nach diesen Daten, sie werden gesammelt und in erster Linie aus der Analyse des Surf- und Suchverhaltens gewonnen. Google kauft bei Marktforschungsunternehmen große Mengen Informationen, die in die Kalkulation einfließen.

Wenn jemand mit dem iPhone auf der Website von BMW die Preise von Neuwagen studiert, kann Google ihn einer Einkommens­gruppe zuordnen. Wird der Surfer später beim Besuch von Spiegel-Online durch Einblendung von Werbung wiedererkannt, kommt ein entsprechender Vermerk in die Datenbank. Außerdem kann die Werbung passend zu seinen Interessen und Finanzen präsentiert werden. (Die Realität ist natürlich etwas komplexer.)

Mit dem im April 2010 eingeführtem Retargeting geht Google noch weiter. Mit Hilfe spezieller Cookies werden detaillierte Informationen über Surfer gesammelt. Die Informationen sollen sehr genau sein, bis hin zu Bekleidungs­größen, für die man sich in einem Webshop interessiert hat. Die gesammelten Informationen sollen die Basis für punkt­genaue Werbung bieten. Beispiels­weise soll nach dem Besuch eines Webshops für Bekleidung ohne Kauf­abschluss permanent alternative Werbung zu diesem Thema eingeblendet werden.

Google Attribution

Der Dienst Google Attribution wurde im Frühjahr 2017 gestartet. Mit diesem Dienst möchte Google Werbe­treibenden Informationen liefern, wie sich personalisierte Online Werbe­kampagnen auf Einkäufe in der realen Welt auswirken.

Basis für diese Auswertung sind neben den Daten aus dem Surf­verhalten usw. auch Daten aus der realen Wert. Die 2014 eingeführte "Laden­besuch­messung" wird genutzt und Informationen aus Kredit­karten­zahlungen werden einbezogen. Google hat errechnet, das Kunden bei dem Besuch eines Geschäftes in der realen Welt mit 25% höherer Wahrschein­lichkeit etwas kaufen und 10% mehr ausgeben, wenn sie zuvor Online Werbung zu dessen Angebot gesehen haben.

Google Mail, Talk, News... und Google+ (personalisierte Dienste)

Mit einem einheitlichem Google-Konto können verschiedene personalisierte Angebote genutzt werden. (Google Mail, News, Talk, Calendar, Alert, Youtube Börsennachrichten.....)

Bei der Anmeldung ist das Imperium weniger wissbegierig, als vergleichbare kommerzielle Anbieter. Vor- und Nachname, Login-Name und Passwort reichen aus. Es ist nicht unbedingt nötig, seinen realen Namen anzugeben. Ein Pseudonym wird auch akzeptiert.

Die Accounts ermöglichen es, aus dem Surf- und Suchverhalten, den zusammen­gestellten Nachrichten­quellen, dem Inhalt der E-Mails usw. ein Profil zu erstellen. Die unsichere Zuordnung über Cookies, IP-Adressen und andere Merkmale ist nicht nötig. Außerdem dienen die Dienste als Flächen für personalisierte und gut bezahlte Werbung.

Patente aus dem Umfeld von Google Mail zeigen, dass dabei nicht nur Profile über die Inhaber der Accounts erstellt, sondern auch die Kommunikations­partner unter die Lupe genommen werden. Wer an einen Google Mail Account eine E-Mail sendet, landet in der Falle des Datenkraken.

Die Einrichtung eines Google-Accounts ermöglicht es aber auch, gezielt die gesammelten Daten in gewissem Umfang zu beeinflussen. Man kann Einträge aus der Such- und Surf-Historie löschen u.ä. (Besser ist es sicher, die Einträge von vornherein zu vermeiden.)

Smartphones und Android

Nach dem Erfolg von Apples iPhone hat Google die Zeichen der Zeit erkannt und sucht mit Smartphones und dem Betriebs­system Android auf dem Markt der mobilen Kommunikation ähnliche Erfolge wie im Web.

p>Bei der Nutzung von Android Smartphones sollen alle E-Mails über Google Mail laufen, Termine mit dem Google Calendar abgeglichen werden, die Kontaktdaten sollen bei Google landen... Die Standort­daten werden ständig an Google übertragen, um sogenannte Mehrwert­dienste bereit zu stellen (genau wie das iPhone die Standort­daten an Apple sendet). Smartphones sind als Lifestyle Gadget getarnte Tracking Devices.
Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir können mehr oder weniger wissen, was du gerade denkst. (Google-Chef Eric Schmidt, 2010)

Mozilla Firefox

Google ist der Hauptsponsor der Firefox Entwickler. Seit 2012 zahlt Google jährlich 300 Mio. Dollar an die Mozilla Foundation, um die voreingestellte Standard­suchmaschine in diesem Browser zu sein.

Das ist natürlich in erster Linie ein Angriff auf Microsoft. Die Entwickler von Firefox kommen ihrem daten­sammelnden Haupt­sponsor jedoch in vielen Punkten deutlich entgegen: (Trotzdem ist Mozilla Firefox ein guter Browser. Mit wenigen Anpassungen von unabhängigen Entwicklern kann man ihm die Macken austreiben und spurenarm durchs Web surfen.)

Google-DNS

Google verspricht, dass die DNS-Server unter den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 nicht kompromittiert oder zensiert werden und bemüht sich erfolgreich um schnelle DNS-Antworten.

Natürlich werden alle Anfragen gespeichert und ausgewertet. Ziel ist, die von erfahrenen Nutzern besuchten Websites zu erfassen und in das Monitoring des Web besser einzubeziehen. Positiv an dieser Initiative ist, dass es sich kaum jemand leisten kann, die Wirtschafts­macht Google zu blockieren. Damit wird auch die Sperrung alternativer DNS-Server, wie es in Deutschland im Rahmen des ZugErschwG geplant war, etwas erschwert.

Kooperation mit Geheimdiensten (NSA, CIA)

Es wäre verwunderlich, wenn die gesammelten Datenbestände nicht das Interesse der Geheim­dienste wecken würden. Das EPIC bemühte sich jahrelang, auf Basis des Freedom of Information Act etwas mehr Licht in diese Kooperation zu bringen. Die Anfragen wurden nicht beantwortet.

Erst durch die von Snowden/Greenwald veröffentlichten Dokumente wurde mehr bekannt. Google ist seit 2009 einer der ersten PRISM-Partner der NSA. Das bedeutet, dass der US-Geheimdienst vollen Zugriff auf die Daten der Nutzer:

Von allen auf der Folie genannten PRISM-Firmen wurden über-spezifische Dementis veröffentlicht, dass sie nie von einem Programm mit dem Namen "PRISM" gehört hätten und demzufolge nicht wissentlich mit der NSA im Rahmen von "PRISM" kooperieren würden. Rajesh De, Leiter der Rechtsabteilung der NSA, dementierte die Dementis und stellte klar, dass die Internet-Firmen zwar den intern verwendetet Namen "PRISM" nicht kannten, dass die Daten­sammlung aber mit "voller Kenntnis und Unterstützung" der Unternehmen erfolgte.

Das Dementi von Google ist außerdem aufgrund der Informationen des Whistleblowers W. Binney unglaubwürdig. W. Binney war 30 Jahre in führenden Positionen der NSA tätig und veröffentlichte 2012, dass Google Kopien des gesamten E-Mail Verkehrs von GMail und sämtliche Suchanfragen dem neuen Datacenter der NSA in Bluffdale zur Verfügung stellen wird:.

It will store all Google search queries, e-mail and fax traffic and so on.
Wenn Googles Verwaltungsratschef Eric Schmidt auf der SXSW-Konferenz 2014 behauptet, durch Einführung der SSL-Verschlüsselung zwischen Datencentern seien die Daten der Google-Nutzer jetzt vor der NSA sicher, dann kann man es als PR-Gag abtun. Google ist aufgrund geltender Gesetze zur Kooperation mit den weitreichenden Späh-Programmen der NSA verpflichtet.

Außerdem kooperierte Google mit der CIA bei der Auswertung der Daten­bestände im Rahmen des Projektes Future of Web Monitoring, um Trends zu erkennen und für die Geheimdienste der USA zu erschließen.

Kooperation mit Behörden

Auf Anfrage stellt Google den Behörden der Länder die angeforderten Daten zur Verfügung. Dabei agiert Google auf Grundlage der nationalen Gesetze. Bei daten-speicherung.de findet man Zahlen zur Kooperationswilligkeit des Imperiums. Durchschnittlich beantwortet Google Anfragen mit folgender Häufigkeit (Stand 2010): In den drei Jahren von 2009-2012 haben sich die Auskünfte von Google an staatliche Behörden und "Dienste" verdoppelt, wie die folgende Grafik der EFF.org zeigt.

Die (virtuelle) Welt ist eine "Google" - oder?

Die vernetzten Rechenzentren von Google bilden den mit Abstand größten Supercomputer der Welt. Dieser Superrechner taucht in keiner TOP500-Liste auf, es gibt kaum Daten, da das Imperium sich bemüht, diese Informationen geheim zu halten. Die Datenzentren werden von (selbstständigen?) Gesellschaften wie Exaflop LLC betrieben.

Experten schätzen, dass ca. 1 Mio. PCs in den Rechenzentren für Google laufen (Stand 2007). Alle drei Monate kommen etwa 100 000 weitere PCs hinzu. Es werden billige Standard-PCs verwendet, die zu mehreren Clustern zusammengefasst und global mit dem Google File System (GFS) vernetzt werden. Das GFS gewährleistet dreifache Redundanz bei der Datenspeicherung.

Die Videos von Youtube sollen für 10% des gesamten Traffics im Internet verantwortlich sein. Über den Anteil aller Dienste des Imperiums am Internet-Traffic kann man nur spekulieren.

Google dominiert unser (virtuelles) Leben.
Google kontrolliert deine E-Mail, deine Videos, deinen Kalender, deine Suchanfragen ... Was wäre, wenn es dein Leben kontrollierte? Scroogled
Dabei geht es nicht um ein paar Cookies sondern um eine gigantische Maschinerie.

Das Image ist (fast) alles

Die Achillesferse von Google ist das Image. In Ländern, die traditionell skeptisch gegenüber amerikanischen Unternehmen eingestellt sind, konnte Google längst nicht diese Markt­beherrschung aufbauen wie in den USA und Westeuropa.

In Russland und China beantwortet der Suchdienst weniger als 20% der Anfragen. Primus in Russland ist die Suchmaschine Yandex, in China dominiert Baidu, in Tschechien Seznam.