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Privacy-Handbuch

icon Im Aug. 2016 hat Mozilla die Beteiligung an dem Projekt Cliqz bekannt gegeben, um innovative Produkte für die Vorschlagsfunktion zu entwickeln und den Tracking­schutz zu verbessern.

Das Projekt Cliqz gehört mehrheitlich dem Burda Medienkonzern. Es wird ein Add-on mit gleichem Namen entwickelt, das die Vorschläge bei Eingabe einer URL verbessern und unerwünschtes Tracking blockieren soll. Dafür wird die gesamte Surfhistorie (alle besuchten Web­seiten) auf den Server des Projektes hochgeladen.

Durch Privacy-by-Design soll die Privatsphäre der Nutzer gewahrt werden. In der Datenschutzhinweisen zu Cliqz findet man ein umfangreiches Gefasel über ganz viel Privacy, aber auch die folgenden Hinweise:
Um dir Websites vorschlagen zu können, während du Eingaben in die Browser­zeile (Adresszeile, URL-Zeile) machst, sendet CLIQZ deine Tasten­anschläge an unsere Server. Diese Keystroke-Daten werden nicht gespeichert.

Außerdem erfasst und speichert CLIQZ auf seinen Servern, welche Website-Vorschläge die Nutzer in dem Drop-Down-Menü von CLIQZ for Firefox auswählen und die Art der Vorschläge (basierend auf der Firefox-Chronik, den Firefox-Lesezeichen oder Suchtechnologie von CLIQZ). Darüber hinaus erfasst und speichert CLIQZ die jeweiligen Suchbegriffe oder Adresseingaben.
Hat man ähnliches nicht schon öfters irgendwo gelesen?
  1. Das Profil der typischen Tastenanschläge (Keystrokes) könnte zukünftig zur Idenfikation der Surfer verwendet werden (Stichwort: Keystroke Biometrics).
  2. Das eine Deanonymisierung bei großen Datenmengen einfach möglich ist, musste AOL schon 2006 lernen, als Millionen Suchanfragen in anonymisierter Form für Forschungszwecke veröffentlicht wurden. Innerhalb weniger Tage konnten Journalisten einzelne Nutzer deanonymisieren und persönlich mit ihren Suchanfragen konfrontieren. Wenn Cliqz alle Suchanfragen sammelt....
  3. Das Debakel mit dem Add-on WebOfTrust wegen des Upload der Surfhistorie der Nutzer hat Mozilla wohl verschlafen. Die gesammelten Daten wurden Journalisten zum Kauf angeboten und einige Politiker, deren Surfverhalten aus den Daten ablesbar war, fühlten sich beunruhigt und erpressbar.
Im wesentlichen kann man das innovative Konzept von Cliqz so zusammenfassen: Es werden einige Trackingdienste blockiert und dafür sammelt das Add-on selbst das komplette Surfverhalten und stellt es exklusiv einem Projekt zur Verfügung, das hauptsächlich dem Burda Medienkonzern gehört. Als Entschädigung gibt es ein paar nette Gadgets, die den Nutzer erfeuen sollen.

Mit Firefox 56 hat Mozilla begonnen, das Add-on ungefragt in 1% der Downloads von der Mozilla Download Seite zu integrieren.

Es gibt keine Möglichkeit, die Funktionalität in den Einstellungen zu deaktivieren. Man muss das Add-on Cliqz deinstallieren, wenn man es sich eingefangen hat.
Lizenz: Public Domain